EIB
Europäischer Installationsbus
Die Geschichte des Europäischen Installationsbus
Verschiedene Firmen überlegten Mitte der 1980er Jahre parallel, Bustechnologien für die elektrische Installations- und Gebäudetechnik anzuwenden. Eine Einführung herstellerspezifischer Systeme auf dem Markt hätte jedoch zu den unterschiedlichsten „Standards“ und „Systemen“ und somit zu Problemen für die Bauherren geführt. Aus diesem Grund schlossen sich 1990 führende Hersteller der Installationstechnik zusammen und gründeten erst die „European Installation Bus Association“ (EIBA) und später die „Konnex Association“. Ihr Ziel war es, ein speziell entwickeltes Steuerungssystem auf den Markt zu bringen, das die Zusammenarbeit unterschiedlichster Geräte und Systeme diverser Hersteller möglich machen würde. Im Bereich der Haus- und Gebäudeautomation gilt der EIB/KNX heute als erster offener Weltstandard.
Unterschiede zur bisherigen Schalttechnik
Bei der bisherigen (mittlerweile veralteten) Schalttechnik erfolgte keine Trennung von Stromversorgung und Gerätesteuerung. Jedes Gerät wurde über die Stromkabel elektrisch ein- und ausgeschaltet, d.h., dass die Stromversorgung und Steuerung erfolgte nur über ein Netz. Durch Einführung der EIB-Technik (1991) wurde zum ersten Mal die Stromversorgung der Geräte und deren Steuerung getrennt. Das bedeutet, dass es nun zwei voneinander unabhängige Netze gibt, die im Haus verlegt werden. Während das eine Netz die Geräte mit Strom versorgt, dient das zweite Netz zur Steuerung (EIB-Netz) der angeschlossenen Geräte. Wichtig zu wissen ist dabei, dass am Stromnetz eine Wechselspannung von 230V und am Steuerungsnetz eine Gleichspannung von 30V anliegt.
Funktionsweise und Technik des EIB-Netzes
Ein Steuerungsgerät („Aktor“) wird zwischen dem Verbraucher (beispielsweise eine Lampe) und der Steckdose eingebaut. Das Steuerungsgerät erhält Daten vom EIB-Netz, an dem es angeschlossen ist. Hierbei könnte es sich beispielsweise um einen Sensor handeln, der auf Helligkeit reagiert. Verschiedenste Sensoren können auf Umwelteinflüsse wie z.B. das Wetter reagieren und leiten die Daten dann direkt an das EIB-Netz weiter. Kommen die Daten jedoch von einem Computer, so spricht man von einer indirekten Datenweiterleitung. Indirekt daher, weil es sich um Auswertungen von Sensordaten, oder um eine zeitgesteuerte Regelung handelt. Dabei kommt es ganz darauf an, wie der Computer programmiert wurde. Der „Aktor“ erhält also Befehle, die ihn agieren lassen. Erfolgt der Befehl, den Stromkreis zu schließen, so reagiert das Steuerungsgerät damit, dass er den Stromfluss zu einem bestimmten Gerät zulässt und dieses in Funktion gesetzt wird.
Betrachtet man das EIB-Netz und die Kabel, die dafür verlegt werden müssen genauer, so stellt man fest, dass nur zwei der vier Adern dieses speziellen Kabels genutzt werden. Nicht nur die EIB-Geräte, sondern auch das EIB-Kabel, über das der Datenaustausch stattfindet, ist zertifiziert. Es dürfen also nur diese Kabel zur Verlegung eines EIB-Netzes verwendet werden. Eine Gleichspannung von 30V sorgt für die Funktionsfähigkeit der EIB-Anlage und des Buskopplers. Auf diese Weise können die vernetzten EIB-Geräte dann untereinander kommunizieren. Die Kommunikation erfolgt in Form eines Datenaustauschs (Telegramme) zwischen den Geräten. Wenn der EIB-Bus korrekt programmiert wurde, so reicht die Übertragungsrate sogar für mehrere 10000 untereinander kommunizierende Geräte aus.
Vorteile von EIB-Netzen
Die EIB-Technologie bietet die Möglichkeit, jegliche elektrische Gerätschaft einfach und zeitsparend zu bedienen. Alle EIB-Anschlüsse können durch eine neue Programmierung neu definiert werden, d.h. ihnen werden neue „Aufgaben“ zugewiesen. So kann beispielsweise ein Schalter, der erst zum Anschalten einer Deckenbeleuchtung genutzt wurde, durch Neuprogrammierung dann zum automatischen Öffnen und Schließen von Fenstern eingesetzt werden. Jedes System kann also verschiedene Sensordaten abfragen. Welche Aktionen dann erfolgen, das hängt ganz von der Programmierung der Anlage ab, die innerhalb von Minuten durchgeführt werden kann. Bei dieser Programmierung werden unterschiedliche Gewerke (Heizung, Belüftung, Alarmanlage, automatische Beleuchtung usw.) miteinander in einem gemeinsamen Netz verbunden, so dass sie in der Lage sind, mit- und untereinander zu kommunizieren. Eine selbständige Reaktion ist die Folge dieser Vernetzung und Kommunikation miteinander. Durch den Einsatz eines EIB-Systems kann man also Kosten sparen, indem der Energieverbrauch gesenkt wird. Zusätzlich wird der Wohnkomfort erhöht.
Nachteile von EIB
Momentan produzieren mehr als 120 große und kleine Hersteller Geräte, die EIB tauglich sind. Den Kunden wird also ein umfangreiches Sortiment geboten. Doch ob die verfügbaren Geräte ausreichend sind, ist nicht ganz sicher und teilweise auch umstritten. Auf jeden Fall wird die technische Entwicklung von EIB-Geräten auch in Zukunft fortgesetzt werden.
Eine EIB-Installation ist, mit einer herkömmlichen Elektroinstallation verglichen, deutlich kostenintensiver. Doch es besteht auch die Möglichkeit, Kostenvorteile zu erzielen. Dazu müssen jedoch verschiedene Arten von Gewerken kombiniert werden. Durch diese Kombinationen werden dann so genannte Synergien geschaffen.